Ausstellung zur Albrechtsburger Tafelrunde

1887 Urkunde Ehrenritter Eibensteiner Cuno von Dürrenstein

Zu den zahlreichen Schätzen des Stadtmuseums Klosterneuburg gehören 14 Wappenschilde, in verschiedenen Mischtechniken auf starkem Karton gemalt. Während eines der Schilde die alte Variante des Klosterneuburg-Wappens mit dem Bindenschild oben in der Mitte zeigt, handelt es sich bei den 13 anderen um die Wappen von ganz besonderen Rittersleuten – nämlich Mitgliedern der „Albrechtsburger Tafelrunde“.

Vor mehreren Jahren vorbildlich restauriert, harren diese ungewöhnlichen Kostbarkeiten seither auf ihre Präsentation. Daher hat es sich das Team des Stadtarchivs, allen voran Mag. Stephanie Rohringer, zur Aufgabe gemacht, die Geheimnisse über die gar nicht mittelalterliche Rittergesellschaft zu lüften, und ist bei ihrer Suche mehr als fündig geworden. Als freudige Überraschung kamen die Mitarbeiter des Stadtarchives auch in Kontakt mit den vier noch bestehenden Ritterbünden in Wien, die die Recherchen tatkräftig unterstützen.

Ergebnis der intensiven Forschungsarbeiten ist folglich nicht nur die schon angekündigte Ausstellung über den Ritterbund, die vom 22. Juni bis zum 20. Oktober im Stadtmuseum zu sehen ist, sondern auch eine begleitende Broschüre, die zusätzliche Informationen über den Geselligkeitsverein liefert. Diese erscheint zeitgleich mit Ausstellungsbeginn.

Am 04. September 1865 als „Tafelrunde der Gaugrafen“ gegründet, verschrieben sich die Ritter dem gemütlichen Beisammensein mit Stammtischgesprächen, Lesungen, Musizieren, Singen und mehr. Auch humanitäres Engagement wurde in der Gesellschaft groß geschrieben. Daher dienten zahlreiche fröhliche Zusammenkünfte, wie etwa Konzerte, Weihnachts- oder Silvesterfeiern auch dem Sammeln von Spendengeldern. Diese kamen Bedürftigen oder Projekten für die Allgemeinheit zugute. Eines war jedoch strengstens verboten: politische Gespräche und Ambitionen jeglicher Art.

Die Albrechtsburger Tafelrunde - Gruppenfoto

Damit fügte sich der Klosterneuburger Verband in eine Reihe von ähnlich gesinnten Rittergesellschaften, die in Deutschland, Österreich und der Schweiz seit dem 19. Jh. entstanden waren, und mit denen es auch einen regen freundschaftlichen Austausch gab. Am 26. Juli 1941 endete die Geschichte des Klosterneuburger Geselligkeitsvereines. Damals lösten sich „Die Babenberger“ – der Nachfolgeverein der „Albrechstburger Tafelrunde“ – auf.

Anhand zahlreicher interessanter Dokumente und Fotografien aus dem Stadtarchiv und sehenswerter Exponate aus dem Stadtmuseum – neben den Wappenschilden werden auch ausgewählte Objekte aus der Fahnen- oder Waffensammlung zu sehen sein – sowie anschaulicher Texttafeln werden die Ausstellungsinhalte lebendig vermittelt. Das Spektrum der Informationen reicht von der Geschichte der Ritterbünde im Allgemeinen, über die verschiedenen Stationen, die der Klosterneuburger Verein als „Gesellschaft der Klosterneuburger Ritter“, „Albrechtsburger Tafelrunde“ und zuletzt „Die Babenberger“ durchlief bis hin zu seinem Ende. Sitten und Gebräuche sowie die verschiedenen Funktionen im Verein werden ebenso thematisiert wie ein (exemplarischer) Jahresablauf.

Und bei einer Rast in einer nachvollzogenen „Burg“ kann man – mit etwas Fantasie – die gesellige Gemütlichkeit von anno dazumal im Geiste miterleben.






ein Affe mit einem Baseballschlägereine Person, die eine Trophäe hältEin Buchcover mit einem Gemäldeein großes Backsteingebäude


Bundespsalm der Albrechtsburger Tafelrunde


13.06.2024

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