Leidenschaft, Verführung und Weltklasse-Stimmen

Kaiserhof operklosterneuburg

Mit Camille Saint-Saëns’ Oper „Samson et Dalila“ bringt die operklosterneuburg in diesem Sommer erstmals eines der bedeutendsten Werke der französischen Opernliteratur auf die Bühne des Kaiserhofs im Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg. Die Premiere findet am 4. Juli statt, weitere Vorstellungen folgen bis 1. August.

„Mit Samson und Dalila bringen wir ein Werk auf die Bühne, das durch seine emotionale Tiefe und musikalische Strahlkraft fasziniert. Gemeinsam mit unserem herausragenden Sängerensemble, dem monumentalen Bühnenbild von Hans Kudlich und dem einzigartigen Ambiente des Kaiserhofs entsteht ein unvergessliches Opern­erlebnis“, so Intendant Peter Edelmann.

Ein Meisterwerk voller Leidenschaft, Macht und Verrat
Die Oper erzählt die biblische Geschichte des Helden Samson, der von Gott mit übermenschlicher Kraft ausgestattet wurde, um sein Volk aus der Unterdrückung durch die Philister zu befreien. Doch ausgerechnet seine Liebe zu Dalila wird ihm zum Verhängnis. Mit Verführungskunst, psychologischem Geschick und einem komplexen Wechselspiel aus Liebe, Loyalität und politischem Kalkül bringt sie Samson dazu, ihr das Geheimnis seiner Stärke zu verraten.

Saint-Saëns schuf mit „Samson et Dalila“ weit mehr als eine biblische Historienoper. Das Werk lebt von seinen starken Charakteren, den großen Chorszenen und einer Musik, die zwischen intimer Emotionalität und monumentaler Klangentfaltung wechselt. Berühmte Nummern wie Dalilas Verführungsarie „Mon cœur s’ouvre à ta voix“ oder das ekstatische Bacchanal im dritten Akt zählen zu den beliebtesten und wirkungsvollsten Momenten des internationalen Opernrepertoires.

Margarita Gritskova kehrt als Dalila nach Klosterneuburg zurück
Im Zentrum der Produktion stehen zwei herausragende Künstlerpersönlichkeiten: die Mezzosopranistin Margarita Gritskova als Dalila und der litauische Heldentenor Kristian Benedikt als Samson.
Für Margarita Gritskova ist die Rolle der Dalila weit mehr als nur ein weiteres Engagement. Die in St. Petersburg geborene und heute in Wien lebende Sängerin bezeichnet die Partie selbst als eine ihrer großen Herzensrollen.

„Dalila ist für mich eine ganz besondere Rolle – vielleicht sogar eine Schicksalspartie“, erzählt sie. „Schon meine inzwischen verstorbene Lehrerin Nelli Lee war überzeugt, dass diese Rolle wie geschaffen für meine Stimme ist und eines Tages zu meinen wichtigsten Partien gehören würde.“
Eine erste prägende Begegnung hatte sie im Alter von nur 22 Jahren beim renommierten Operalia-Wettbewerb in Mailand. Unter der Leitung von Plácido Domingo sang sie dort die berühmte Arie „Mon cœur s’ouvre à ta voix“ – und erreichte damit das Finale des Wettbewerbs – ein Erlebnis, das ihr bis heute in Erinnerung geblieben ist.

Gerade erst ist Gritskova von einer umjubelten Australien-Tournee zurückgekehrt, wo sie als Rossinis Cenerentola gefeiert wurde. Die Kritiken lobten ihren „farbenreichen Mezzo“, ihre „mühelose Belcanto-Virtuosität“ sowie ihre außergewöhnliche Bühnenpräsenz. Nun richtet sich ihr Fokus auf die Arbeit an Dalila, einer Figur, die sie seit Jahren fasziniert.

Eine besondere Beziehung zur operklosterneuburg
Wenn Margarita Gritskova nicht auf den ganz großen Opernbühnen der Welt steht, scheint sie in Klosterneuburg beinahe ein zweites künstlerisches Zuhause gefunden zu haben. Ihre Karriere führte sie an die bedeutendsten Häuser Europas und der USA – darunter die Wiener Staatsoper, die Bayerische Staatsoper, die Mailänder Scala, Covent Garden London, die Zürcher Oper, die Salzburger Festspiele und die Carnegie Hall in New York. Auch ihre Auftritte beim Wiener Opernball bleiben vielen Musikliebhabern unvergessen.

Und dennoch kehrt sie seit Jahren regelmäßig zur operklosterneuburg zurück. Dabei „schenkte“ sie dem Publikum immer wieder bedeutende Rollendebüts. Als Eboli in „Don Carlo“, Preziosilla in „La forza del destino“, Adalgisa in „Norma“, die Muse in „Les contes d’Hoffmann“ oder Isolier in „Le Comte Ory“ begeisterte sie Publikum und Presse gleichermaßen. Nun als Dalila: „Ich bin der operklosterneuburg sehr dankbar, dass ich hier mit dieser Herzensrolle debütieren darf“, sagt die Sängerin. „Hier wurde ich immer herzlich empfangen. Deshalb komme ich jedes Mal gerne zurück.“

Dalila – Verführerin, Strategin und starke Frau
Besonders reizvoll findet Gritskova die Vielschichtigkeit der Figur. Dalila sei weit mehr als die klassische Opernverführerin.
„Dalila trägt eine enorme Verantwortung innerhalb der Handlung. Sie muss das Publikum davon überzeugen, warum der starke Samson ausgerechnet ihr sein größtes Geheimnis anvertraut. Genau diese psychologische Tiefe macht die Rolle so spannend.“

Für die Sängerin ist Dalila eine starke Frau in einer von Männern dominierten Welt. Ihre Macht entstehe nicht durch körperliche Stärke, sondern durch Intelligenz, Charisma und emotionale Wirkungskraft.
„Nach außen wirkt sie zunächst zart und verletzlich. Doch gerade darin liegt ihre Stärke. Gleichzeitig wird sie von widersprüchlichen Gefühlen getrieben: von ihrer Liebe zu Samson, ihrer Bewunderung für ihn und ihrem fanatischen Glauben. Diese inneren Konflikte machen sie zu einer faszinierenden Figur.“

Bei ihrer Interpretation orientiert sich Gritskova an großen Vorgängerinnen wie Fiorenza Cossotto, Maria Callas oder Grace Bumbry. Besonders inspiriert sie derzeit die französische Mezzosopranistin Hélène Bouvier, deren stilistische Nähe zur französischen Oper sie bewundert.

Kristian Benedikt als Samson
An ihrer Seite steht mit Kristian Benedikt einer der international gefragtesten dramatischen Tenöre der Gegenwart. Der litauische Sänger begann seine Karriere an der Nationaloper Vilnius und schaffte 2018 den internationalen Durchbruch, als er an der Metropolitan Opera in New York kurzfristig für Roberto Alagna einsprang und den dritten Akt von „Samson et Dalila“ übernahm.
Seither gastiert Benedikt regelmäßig an den großen Opernhäusern der Welt, darunter die Wiener Staatsoper, das Royal Opera House Covent Garden und das Mariinski-Theater in St. Petersburg. Die Rolle des Samson zählt heute zu seinen bedeutendsten und erfolgreichsten Partien. Auch Margarita Gritskova freut sich auf die Zusammenarbeit: „Mit dem fantastischen Kristian Benedikt als Samson und einem Regisseur wie Mario Pavle del Monaco kann diese Produktion nur großartig werden.“

Große Oper im einzigartigen Ambiente des Kaiserhofs
Der historische Kaiserhof des Stiftes Klosterneuburg bildet auch 2026 wieder die eindrucksvolle Kulisse für die Sommerproduktion. Die Verbindung aus historischer Architektur, sommerlicher Atmosphäre und hochkarätiger Oper zählt seit Jahren zu den Markenzeichen der operklosterneuburg.
Die musikalische Leitung übernimmt Thomas Rösner, der dem Klosterneuburger Publikum aus zahlreichen erfolgreichen Produktionen bestens bekannt ist. Für die Inszenierung zeichnet Mario Pavle del Monaco verantwortlich, der für seine intensive Personenführung und seine klare dramatische Handschrift geschätzt wird.
Eine Besonderheit der Produktion ist die erstmalige Integration eines großen Balletts in eine Opernproduktion der operklosterneuburg. Choreografin Desi Bonato entwickelt gemeinsam mit der Master Class der Dance Factory Klosterneuburg eine moderne Interpretation des berühmten Bacchanals im dritten Akt und erweitert damit die Aufführung um eine zusätzliche visuelle Dimension.

Oper für die ganze Familie
Auch die jüngsten Besucher sollen die Geschichte von Samson und Dalila erleben können. Deshalb präsentiert die operklosterneuburg am 19. Juli um 18:00 Uhr eine von Georg Wacks speziell adaptierte Kinderoper-Fassung. Er wird das berühmte Werk altersgerecht in der Figur eines Friseurs, der Samson so gerne die Haare schneiden würde, erzählen! Natürlich gibt es an diesem Tag ein Happy End für alle Bühnenfiguren und für das Publikum.

Spieltermine
Premiere: 4. Juli, 20:00 Uhr
Weitere Vorstellungen:
7. Juli (Rotary-Vorstellung), 9., 11., 14., 17., 21., 23., 25. und 28. Juli sowie 1. August, jeweils um 20:00 Uhr
„Samson und Dalila“ für Kinder:
19. Juli, 18:00 Uhr

Karten
Online: shop.eventjet.at/klosterneuburg
E-Mail: karten@operklosterneuburg.at
Telefon: (+43) 2243 / 444 - 424
Weitere Informationen zum Ensemble und zu den Aufführungen unter www.operklosterneuburg.at.


15.06.2026

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